Zentralasien

 

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Der zentrale Teil Asiens ist ein Land der Gegensätze: hier gibt’s riesengroße Bergen mit Gletschern und weite Ebenen mit Sand- und Steinwüsten. Auf einer Fläche von rund 6 Mio. km2, zwischen Parallelen 30 ° und 50 ° nördlicher Breite befinden sich solche großen Staaten von Asien wie China, Mongolei, Afghanistan, Kasachstan, Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan und Kirgisistan.

Historisch gesehen brachte man Zentralasien mit seinen nomadischen Völkern und der Großen Seidenstraße in Verbindung. Die Region Zentralasien (Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Kasachstan und Kirgistan) war ein Ort, wo sich die Menschen, Waren und Ideen aus verschiedenen Gegenden des eurasiatischen Kontinents (Europa,  Nahost, Süd- und Ostasien) zusammenströmten.

Das Hauptmerkmal des gesamten zentralen Teils von Asien besteht darin, dass die gesamte Region von Ozeanen, Meeren und Quellen der Feuchtigkeit abgeschnitten ist: z.B. vom Tianschan Gebirge bis zum Atlantik ist ca. 3000 Kilometer und bis zum Indischen Ozean ist 2000 Kilometer. Im Falle, wenn keine hohen Bergen im Osten gäbe, wäre dieses ganze Gebiet eine riesige Wüste. Dank diesen Bergen mit ihren Gletschern und ewigem Schnee sind Wasserquellen vorhanden. Je nach der Schmelzung der Gletscher werden sich die Flüsse bilden.

Einer der größten Bergsysteme von Zentralasien ist Tianschan Gebirge. Es erstreckt sich vom Issyk-Kul See in Kirgistan durch das Territorium von China und der Mongolei, fast 2,500 Kilometer. Dutzende von Kämmen und Bergmassiven steigen bis zu einer Höhe von 5000 – 6000 Meter und noch höher. Durch ihre Abhänge lassen sich mehr als 10000 Gletscher absteigen. Zum Osten werden die Berge kleiner und laufen allmählich in die Wüste Gobi (aus Mongolischem „Wasserlose Gegend“) durch. Sie umfasst den größten östlichen Teil von Asien.

Aus den Bergen von Tianschan und Hindukusch stammen zwei große Flüssen Amu Darya und Syr Darya. Sie fließen in Richtung Westen, überqueren die Wüsten und münden sich in den Aralsee. Die Länge des Flusses Sir Darya beträgt ca. 3000 Kilometer. Der Sir Darya versorgt das Fergana Tal und fließt weiter durch das Farchad Gebirge und östlichen Rand der Kisilkum Wüste. Das Wasser aus dem Fluss Sir Darya speist die Bewässerungssysteme von Usbekistan und Kasachstan. Der Amu Darya entspringt in den Bergen von Hindukusch und ist 2.500 Kilometer lang. Aus den Bergen entspringend und ohne Zufluss zu nehmen, überquert der Fluss weite Wüstenebenen von Kisilkum und Karakum. Sehr oft änderte er sich seinen Lauf und bildet dadurch Durchflüsse und Ärmel. Im Becken von Amu Darya befanden sich längst die Oasen, die die Wüste wieder belebten.

Zum Süden von kleinen Hügeln erstreckt sich Turanische Niederung. Ihr westlicher Rand dehnt sich bis zum Kaspischen Meer, südlicher Rand bis zum Kopetdag und östlicher Rand bis zum Tianschan aus. In diesem Raum befinden sich die Wüsten Karakum (aus d. Usbekischen „schwarzer Sand“) und Kisilkum (aus d. Usbekischen „roter Sand“). Die Karakum Wüste hat eine Fläche von 350.000 km2 und liegt hauptsächlich im heutigen Turkmenistan. Der Sand, der durch Wind und Wasser gebracht wurde, hat eine Höhe von 3-5 Meter bis zu 40-50 Meter. Je nach Windrichtung dehnen sie sich aus. Zwar wachsen hier trockenliebende Sträucher und Gräser, aber bilden keine kontinuierliche Abdeckung. In den tieferen Ebenen befinden sich salzhaltige Sträucher und Salzseen. Die Sanddünen, auf denen fast gar nichts wächst, betragen 5% der gesamten Fläche der Karakum Wüste. Im Laufe von vielen Jahrhunderten wurden hier Schafsherden gezüchtet, die das gesamte Gewächs gefressen und mit Füßen getreten haben. Dabei nahm man keine Rücksicht auf diese kärgliche Vegetation. In der Tiefe, unter der Sandschicht sind Grundwasser vorhanden. Um einen Zugang zu diesen Wasserquellen zu erreichen, wurden zahlreiche Brunnen und Bohrbrunnen aufgebaut. Zum Kamm von Karatau und kirgisischem Alatau, wo auf dem Flachland der wichtigste Fluss von Kirgistan Tschu liegt, erstreckt sich die Wüste Muyunkum.

Die andere Wüste, die sich vom Norden des Flusstals Tschu und im Westen von Balchaschsee ausdehnt, nannten die Kasachen Betpak Dala, was übersetzt aus dem Kasachischen „gewissenlose Ebene“ bedeutet. Dabei meinte man die Unfruchtbarkeit des Landes. Die Fläche von Betpak Dala beträgt 75.000 km2. Im Vergleich zu anderen Wüsten von Zentralasien ist sie am meisten entwickelt. Im Falle, wenn aus der Hungersteppe in die enge Bergpassage ein heißer Wind weht, besteht die Gefahr, im fruchtbaren Fergana Tal durch „Atem der Wüste“ die gesamte Ernte zu vernichten.

Geschichte
Bis zum XVI Jh. spielte die Große Seidenstraße in der Entwicklung der historischen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Völkern des Okzidents und Orients erhebliche Bedeutung. Der Begriff „Seidenstraße“ wurde vom deutschen Historiker und Geograph K. von Richthofen im Jahre 1877 geprägt. Zwar entstand sie im 2. Jh. v. Chr., aber bis zu ihrer Bildung gab es auf dem Territorium von Zentralasien und vom alten Osten die Wege sowie Möglichkeiten für den wirtschaftlichen Austausch („Lapislazuli“, „Königsweg“ und andere).

Die Länge der Großen Seidenstraße war 12.000 Kilometer. Sie begann am Ufer des Gelben Flusses und verlief durch Ost Turkestan, Zentralasien, Iran, Zweistromland (Mesopotamien) und Mittelmeerküste. Auf diesem Handelsweg befanden sich solche großen alten Städte wie Xian, Dunhuang, Jarkend, Samarkand, Taschkent, Buchara, Merw. Aus Sogdien brachte man wollene Stoffe, Teppiche, verschiedene Juwelen und Edelsteine. Aus dem Fergana Tal wurden Vollblutpferde und aus Badachschan wurde Lapislazuli geliefert. Von Indien nach Zentralasien nahmen die Karawanenhändler Baumwollstoffe und Baumwollsamen, der Reis gelangte aus China. Im Gegenzug brachten die Händler Weintrauben, Walnüsse, Granatäpfeln und andere landwirtschaftlichen Produkte.

Die Region Zentralasien trug einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung und Verbindung der zwei großen Zivilisationen vom Okzident und Orient. Dabei übernahm sie eine Rolle der Zwischenbrücke von beiden Seiten. Allerdings führten die Handelsbeziehungen zum eigenen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung von Zentralasien. Im XIII Jh. wurde Zentralasien durch die Horden von Mongolen erobert. Aus diesem Grunde änderte sich die Große Seidenstraße seine Lieferungswege. Viele von Karawanenhändler führten die Waren am Rande von Movaraunnachr (Zentralasien) und gingen direkt an die Wolga und weiter bis zum Kaspischen Meer. Der Grund für die Veränderung war, dass die gesamte Region und ihre alten Städte zum Erliegen kamen.

Amir Timur, der im Jahre 1370 in Mowarounnachr und Chorasan an die Macht kam, setzte sich für das Wiederbeleben der Fernhandelsstecken über Zentralasien ein. Die Karawanen lieferten die Waren über Herat, Balch und Samarkand wieder. Die Hauptfunktionen der Großen Seidenstraße bezogen sich auf einen aktiven Austausch von Waren, die Verbreitung der Informationen und der Glaubensbekenntnisse (Buddhismus, Christus-Nestorianismus) sowie der neuen Technologien. Die Unterhaltung der diplomatischen Beziehungen in Form der Karawanensendung spielte auch wichtige Rolle. Für Zentralasien wurde die Große Seidenstraße als Faktor für ein schnelles und effizientes Wachstum. Die Region Zentralasien leistete einen erheblichen Beitrag zur Entwicklung und zum Dialog der Kulturen. Im Prinzip wurden die Informationen gesammelt und folglich damalige Technologien aus Zentralasien in andere Länder weiter gesendet. Die Waren aus dieser Gegend waren sehr gefragt.

Die Region Zentralasien befand sich in der Mitte der Hauptkreuzungen von Handelswegen. Aus allen möglichen Gegenden strömten sich Kaufleute, Handwerker, Wissenschaftler und Musiker zusammen. Dank ihrer geographischen Lage wurde sie nie von den wichtigen Zentren der Zivilisationen abgeschnitten. Diese Region nahm einen Einfluss auf die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Nachbarländer (Schummer, Assyrien, Midien, Iran und Indien). Außerdem wurden die Handelsbeziehungen mit Kaukasus, Mittelmeerraum, Wolga Region und Nomadenstämmen vom heutigen Russland sowie Kasachstan geknüpft. Seit der Regierung der Achämeniden begannen die griechischen Kolonien zu schaffen und gab mit den Nachbarländern einen intensiven Kulturaustausch. Diese Tatsache verstärkte sich nach den Eroberungen Alexanders des Großen. Obwohl das politische Leben der griechisch geprägten Staaten in Zentralasien von kurzer Dauer war, trug der Hellenismusprozess (die Verschmelzung griechischer und zentralasiatischer Kulturen) zum Aufstieg der geistigen und materiellen Kultur der Region. Während dieser Periode blieben kulturelle Verhältnisse zwischen Mittelasien und Indien sowie Mittelmeerraum erhalten. Ums 3. Jh. v. Chr. knüpfte man die Kontakte zu China. Darüber hinaus ist es bekannt, dass der chinesischer Kaiser Wu Di im Jahre 138 v. Chr. seine Botschaft an der Spitze mit Zhang Qian schickte, um nach den Verbündeten im Kampf gegen Nomadenstämme von Hunnen zu suchen. Während der Reise wurde chinesischer Botschafter für 10 Jahre in Gefangenschaft genommen. Durch die Zeit gelang es ihm, sein Leben zu retten und über hohe Pässe vom zentralen Tianschan Gebirge zum Issyk Kul See zu gelangen. Weiterhin ging er entlang des Flussufers Naryn und kam im Fergana Tal an. Dennoch war es eine Überraschung für ihn, dass es im Tal zahlreiche Städte gab, die in einem Staat vereinigten. Er versuchte, den Herrscher vom Fergana Tal an die chinesische Seite anzulocken, wobei der Herrscher nur mit der Knüpfung der Handelsbeziehungen einverstanden war. Nach diesem Ereignis machte er sich auf dem Weg nach Süden weiter. Als er zurückkehrte, nahmen die Hunnen ihn wieder in Gefangenschaft. Aber diesmal gelang es ihm, zwei Jahre später aus der Gefangenschaft zu entkommen. Zhang Qian stellte dem Kaiser einen detaillierten Bericht über seine Reise durch Zentralasien vor. Dabei wies er auf bequeme Handelswege hin, die in den Folgejahren als Hauptwege der Großen Seidenstraße wurden. Der Kaiser zeichnete ihn mit dem Titel „Der große Reisende“ aus. Die chinesische Chroniken (anfg. des 1. Jh. v. Chr bis zu 7-8 Jh. n. Chr.) beinhalten Informationen über den Warenaustausch zwischen China und Zentralasien. Diese gaben über die Botschaften Auskunft, die zum Hofe des chinesischen Kaisers gesendet wurden. Im Falle, wenn China einen Herrscher aus der Gegend Zentralasien anlocken wollte, wurden ihm besondere Geschenke und Schätze geliefert. Unter den zentralasiatischen Produkten schätzte man besondere Pferderasse „Davani“, die sehr schnell waren, so dass die Chinesen sie als „himmlisch“ oder „geflügelt“ bezeichneten. Sie wurden deswegen gefragt, weil es in China eine Legende gab: um seine Göttlichkeit zu behaupten und Unsterblichkeit zu erreichen, musste der chinesische Kaiser anhand der unirdischen Pferde eine Himmelsfahrt unternehmen. Dank Zhang Qian wurden nach China „Himmelspferde“ geliefert. Neben den Pferden wurde vom chinesischen Reisenden die Nahrung für sie – die Samen von Luzerne gebracht. Bald breitete sich die Luzernekultur in ganz China aus.

Dank der Großen Seidenstraße machten sich die zentralasiatischen Völker mit Errungenschaften der Wirtschaft und Kultur vom Okzident sowie Orient vertraut. Gleichzeitig eröffneten sich die westlichen Völker ein hohes Entwicklungsniveau der zentralasiatischen Region. Im 16. Jh. verlor sich die Große Seidenstraße an ihre Bedeutung. Die Ursache dafür war, dass die Portugiesen auf dem Seeweg günstige Lieferungsmöglichkeit der Waren aus Indien und China fanden.

In Anbetracht der einzigartigen Rolle der Großen Seidenstraße in der Geschichte der Zivilisation verkündete die UNESCO im Jahre 1987 das Programm „Die Große Seidenstraße – der Weg des Dialogs„. Die Hauptidee dieses Programms bestand darin, der Weltöffentlichkeit zu zeigen, dass es im Laufe von vielen Jahrhunderten und neben den Kriegen Dialogprozesse zwischen den Ländern und Völkern gaben. Als Hauptfaktor dienten die Handelsbeziehungen und kultureller Austausch.

Im Rahmen des UNESCO Programms „Die Große Seidenstraße – der Weg des Dialogs“ wurde in Samarkand ein internationales Forschungsinstitut für Zentralasienstudien ins Leben gerufen. Darüber hinaus soll es einen Beitrag zur Erforschung der Geschichte zentralasiatischer Kulturen beitragen.

 

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